Rechte Gewalt nicht links liegen lassen

Gegen Rechtsextremismus setzen sich Schüler des Demminer Goethegymnasiums ein. Sie nehmen an einem Bundeswettbewerb teil und haben eine Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung an ihre Schule geholt. Diese zeigt ihnen, dass ein Tatort tödlicher rechter Gewalt viel näher liegt, als mancher wohl dachte.

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Jugendliche des Goethegymnasiums schauen sich die Ausstellung „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen“ an. Für drei Wochen macht diese Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Hansestadt Station. Foto: Gudrun Herzberg

Demmin. „Ich möchte etwas tun gegen den Rassismus, denn in jeder Stadt gibt es Rechte und Linke. Wir Schüler wollen dieses Thema darum an unserem Gymnasium diskutieren und uns für eine Schule gegen Rassismus engagieren“, sagt Lydia Piegholdt, Schülerin einer 10. Klasse am Demminer Goethegymnasium.
Die Schule schließt sich dem bundesweiten Wettbewerb Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage an. In einer Arbeitsgruppe setzen sich die Schüler Ziele, wie sie diesen Titel für ihre Schule erreichen können. Dabei geht es um Toleranz, Gleichberechtigung und wie man Rassismus von der Schule fernhalten kann. Bei einer Unterschriftenaktion hatten sich zuvor 70 Prozent der Schüler für eine Teilnahme an dem Wettbewerb ausgesprochen.
Als einen der ersten Schritte haben die Akteure eine Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung an ihre Schule geholt. Diese will den Schülern Grundlagen des demokratischen Handelns und Miteinander vermitteln, aber sie können sich auch mit Demokratie gefährdenden Strömungen und deren Mechanismen auseinandersetzen. „In Mecklenburg-Vorpommern gibt es diese Ausstellung seit zwei Jahren. Wir haben die Inhalte so gewählt, dass sich junge Leute ab 14 Jahren damit auseinander setzen können“, erklärt Johannes Goltermann von der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Das Besondere: Hier führen Schüler ihre Mitschüler durch die Schau. Goltermann zeigt ihnen zuvor in Workshops, wie sie die anderen Jugendlichen dabei am besten mitreißen können. „Das ist eine tolle Sache, die Schüler haben eigenständig gearbeitet, die Ausstellung nach Demmin geholt und sie werden den Inhalt an ihre Mitschüler weitergeben“, meint Dirk Kollhoff, Leiter des Demminer Goethegymnasiums. Er lobte das Engagement der jungen Leute.
„Die Ausstellung ist gut verständlich zum Thema Demokratie stärken und den Rechtsextremismus bekämpfen“, meint Lydia Piegholdt, die sich mit 13 anderen Schülern dafür ausbilden ließ. „So kann man politische Themen ansprechen und vertiefen“, sagt sie. Es werde aufgezeigt, wie man Courage zeigen kann, wenn es Gewalt gibt.
In Deutschland sind seit 1990 184 Menschen durch rechte Gewalt gestorben – eins der Opfer kam sogar aus Neubrandenburg und damit aus unmittelbarer Nähe. Jeder könne sich engagieren, denn im Alltag gelebte Demokratie bedeute, den Anderen zu achten. An einfachen Beispielen wie der Wahl des Klassensprechers oder der Entscheidung, wohin geht es auf Klassenfahrt, wird an den Ausstellungstafeln gezeigt, wie Demokratie funktioniert. Aber es wird auch dargestellt, wie fremdenfeindlich die rechte Szene ist. Aber nicht nur Schüler des Goethegymnasiums können diese Ausstellung besuchen, auch andere Schulen wollen das Angebot nutzen. „Das ist eine gute Gelegenheit, die jungen Leute aufzuklären. Wir werden auf jedem Fall einen Termin zum Besuch der Ausstellung nutzen“, sagt Dörte Bretsch, Leiterin der Pestalozzischule. Ebenso hatte sich der Leiter der Reuterschule, Harald Eichhorst für die Ausstellung interessiert. Öffentliche Termine gibt es dann noch am 2. März und 9. März, jeweils von 15 bis 16.30 Uhr in der Aula des Goethegymnasiums.
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